“Auf dieser Stute würde ich gerne reiten“, „Hauptsache immer etwas zwischen den Beinen“, „Verdammt, Kopfkino.“
Das sind alles Kommentare von erwachsenen Männern unter den TikTok-Videos von Minderjährigen, die dem Trend-Sport Hobby-Horsing nachgehen. Die Problematik dieser Aussagen ist offensichtlich – und sie begrenzt sich nicht auf diese Online-Community. Wo auch immer Kinder sich in einer Weise öffentlich darstellen oder abgebildet werden, die im Entferntesten sexualisiert werden könnte, kann es sexualisierte Kommentare wie diese geben.
Was, wenn es bereits sexualisierte Kommentare gegen mein Kind gab?
Sollte es doch dazu kommen, dass Menschen sexualisierte Kommentare unter Bildern oder Videos der Kinder veröffentlichen, ist es wichtig, sich zunächst um das Wohlergehen des Kindes zu sorgen. Gemeinsam und verständnisvoll kann dann über das Gesehene gesprochen, Kommentare auf der Plattform gemeldet und Profile blockiert werden.
Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Handelt es sich also bei Kommentaren um strafbare Aussagen, können Eltern entweder online oder vor Ort Anzeige bei der Polizei erstatten. Wichtig ist außerdem, Kindern auch im Nachgang als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen, über das Erlebte zu sprechen und bei Bedarf auf Seelsorge- und Beratungsangebote wie bspw. den Weißen Ring oder die Nummer gegen Kummer zurückzugreifen.
Auch für Social-Media-Nutzende, die keine Eltern sind, aber unter fremden Beiträgen auf sexualisierte Kommentare gegen Kinder aufmerksam werden, gilt: Nicht wegschauen. Stattdessen können und sollten auch Außenstehende die Kommentare und zugehörigen Profile melden, Screenshots als Beweismittel aufnehmen und gegebenenfalls auch Anzeige erstatten. Das wiederum kann auf der Wache, aber auch ganz einfach mittels Online-Anzeige
getan werden.