Propaganda und Desinformation in Krisenzeiten

Krieg, Konflikte, Krisen – und mittendrin der Feed. In Zeiten globaler Spannungen verbreiten sich Inhalte in sozialen Netzwerken rasend schnell. Doch nicht alles davon ist wahr. ZEBRA erklärt, wie Propaganda und Desinformation funktionieren und wie man sie erkennt.
Lesedauer: 2 Minuten
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2. April 2026

In Zeiten von Kriegen und Konflikten füllen sich soziale Medien mit Nachrichten, Bildern und Videos: von Nachrichtenaccounts, aber auch von Influencern, die sonst über Fitness, Beauty oder Reisen posten.
Sie kommentieren plötzlich politische Ereignisse, mit unterschiedlichen Perspektiven, widersprüchlichen Aussagen und Meinungen, die sich kaum einordnen lassen.

Was viele nicht wissen: Das ist oft kein Zufall. Hinter einem Teil dieser Inhalte steckt eine Absicht: Der gezielte Versuch, zu täuschen, zu verunsichern und Verwirrung zu erzeugen durch Propaganda und Desinformation.

Was sind Propaganda und Desinformation?

Propaganda und Desinformation sind Mittel, mit denen die öffentliche Meinung beeinflusst werden soll.

  • Desinformation ist das bewusste Verbreiten falscher oder irreführender Inhalte mit dem Ziel, zu täuschen, zu verunsichern und zu spalten.
  • Propaganda nutzt einseitige oder verzerrte Informationen, um ein bestimmtes Bild der Realität zu erzeugen und Meinungen gezielt zu lenken.

Verbreitet werden solche Inhalte zum Beispiel über soziale Medien, Online-Artikel und Kommentare, gefälschte Fotos oder Videos sowie kontrollierte oder staatlich beeinflusste Medien. Oft verfolgen Staaten oder Organisationen damit politische oder wirtschaftliche Ziele.

Welche Strategien stecken dahinter?

Häufig werden ähnliche Methoden verwendet, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und Menschen zu beeinflussen:

  • Auslösen von starken Emotionen wie Angst oder Wut
  • Bieten von einfachen Erklärungen für komplexe Probleme
  • Wiederholen von Informationen, um glaubwürdig zu wirken
  • das Gefühl vermitteln, exklusives Wissen zu besitzen

Solche Inhalte greifen bestehende Ängste oder Konflikte auf und verstärken sie. Dadurch können Unsicherheit entstehen und gesellschaftliche Spaltungen vertieft werden.

Wie wird Propaganda und Desinformation in Kriegen verwendet?

Propaganda und Desinformation spielen in Kriegen eine wichtige Rolle und sind ein zentraler Bestandteil der psychologischen Kriegsführung. Dabei werden gezielt Falschbehauptungen verbreitet und Stimmung gegen bestimmte Gruppen oder Staaten gemacht, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen und Verunsicherung zu erzeugen.

Sogenannte „Troll-Fabriken“ werden etwa im Ukraine-Krieg eingesetzt:. Personen verbreiten, unter falschen Identitäten, Kommentare und Beiträge in sozialen Netzwerken, die gezielte Desinformationen und Narrative enthalten. Das Ziel: Diskussionen beeinflussen und Meinungen im Netz manipulieren.

Wie kann man sich schützen?

Um Desinformation zu erkennen, helfen einige einfache Schritte: Quellen überprüfen, auf einseitige Darstellungen oder fehlende Belege achten, Inhalte nicht sofort weiterverbreiten und Faktenchecks sowie seriöse Medien nutzen.

Drei Fragen helfen dabei besonders:

  1. Wer steckt dahinter? Woher kommt diese Information? Gibt es eine erkennbare Quelle?
  2. Was soll ich fühlen? Macht mich das wütend, ängstlich oder empört – und warum?
  3. Stimmt das wirklich? Berichten mehrere, unabhängige Quellen dasselbe?

Stelle dir die Frage: „Wem nützt diese Information eigentlich?"
Wer Inhalte kritisch prüft, erkennt Desinformation leichter und verringert ihre Wirkung.

Mehr zu dem Thema: So erkennst du Fakes - Quelle vertrau mir

So kannst du mit deinem Kind darüber sprechen:

Um dein Kind mit diesem wichtigen Thema nicht allein zu lassen, ist es entscheidend, Gespräche nicht zu vermeiden, sondern Fragen ernst zu nehmen und gemeinsam in verständlicher Sprache darüber zu sprechen.

Kindgerechte Nachrichtenformate wie „logo!“ oder „neuneinhalb“ können dabei helfen, komplexe Themen altersgerecht zu vermitteln.

Weiteres kannst du beachten:

  • Unwissen ist nicht schlimm: Wenn du einmal nicht weiterweißt, sucht gemeinsam nach Antworten. So fühlt sich dein Kind ernst genommen und ihr könnt zusammen Neues lernen.
  • Positives aufzeigen: Ebenso wichtig ist es, auch positive Aspekte hervorzuheben. Zum Beispiel Menschen, die in Krisen- und Konfliktsituationen helfen.
  • Routinen geben Sicherheit: Feste Routinen geben Kindern Sicherheit. Verlässliche Abläufe erleichtern ihnen den Umgang mit schwierigen Themen.

Zu viele Informationen können dein Kind überfordern. Es ist völlig in Ordnung, Nachrichten auch bewusst auszuschalten. Eine ausgewogene Balance zwischen Information und Entlastung ist dabei besonders wichtig.

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