Glücksspiel im Gaming – Was sind Lootboxen und wie kann ich mein Kind davor schützen?

Lootboxen und andere glücksspielähnliche Funktionen in Online-Games können eine Gefahr für Kinder und Jugendliche sein. ZEBRA klärt auf und gibt Tipps.
Lesedauer: 2 Minuten
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20. März 2025

In vielen Spielen, die bei Kindern und Jugendlichen beliebt sind – wie Fortnite, FIFA oder Clash of Clans - zeigen sich Elemente von Glücksspielen. Besonders Lootboxen spielen dabei eine große Rolle.

Was sind Lootboxen?

Lootboxen sind virtuelle Überraschungsboxen, die mit Spielwährungen oder echtem Geld gekauft werden können. Ihr Inhalt ist unbekannt und wird nach dem Kauf von einem Zufallsgenerator ermittelt. Bei vielen Spielen verbessert sich das Spielerlebnis durch die Freischaltung neuer Inhalte über den Kauf von Lootboxen. Es können aber auch „Nieten“ ausgespielt werden, die keine nennenswerten Verbesserungen des Spielerlebnisses bewirken.

Was macht Lootboxen für Kinder so gefährlich?

Lootboxen sind umstritten, weil sie glückspielartige Eigenschaften aufweisen und damit eine potenzielle Suchtgefahr für Kinder und Jugendliche darstellen. Kinder und Jugendliche spekulieren beim Kauf von Lootboxen auf ein unvorhersehbares Ergebnis und investieren dafür oftmals echtes Geld. In Deutschland ist Glücksspiel erst ab 18 Jahren erlaubt, doch bisher werden Lootboxen in Deutschland nicht als Glücksspiel klassifiziert. Es gibt keine gesetzlich festgelegten Altersbeschränkungen bei Spielen mit Lootbox-Inhalten, weshalb einige Spiele mit derartigen Inhalten schon ab 0 Jahren freigegeben sind.

Was kann ich tun, um mein Kind vor Lootboxen zu schützen?

Im Gespräch bleiben: Es ist wichtig, dass du im Blick behältst, was dein Kind spielt, und mit ihm über seine Erfahrungen mit bestimmten Spielen sprichst. Denn ob in einem Spiel glücksspielähnliche Mechanismen enthalten sind, ist für Kinder schwer zu durchschauen.

Spiele gemeinsam testen: Bevor du dein Kind unbeaufsichtigt dem Risiko aussetzt, beim Gaming in eine mögliche Kostenfalle zu tappen, solltest du dir die Zeit nehmen, neue Spiele gemeinsam mit deinem Kind auszuprobieren und es beim Spielen auf Fallstricke wie Lootboxen aufmerksam zu machen.

Schutzeinstellungen aktivieren: Bei vielen Apps oder Computerspielen gibt es die Möglichkeit, In-Game-Käufe oder sonstige Kaufoptionen zu deaktivieren. So kannst du vorbeugen, dass dein Kind ungewollte Käufe tätigt. Bei Medien Kindersicher erhältst du Tipps wie du die Geräte, Dienste und Apps deines Kindes kindersicher einstellen kannst.

Nach altersgerechten Alternativen suchen: Besonders für jüngere Kinder sind Konsolenspiele und Apps mit Features wie Lootboxen nicht geeignet. Bei einem Einstieg in die Spielewelt sollten altersgerechte Spiele gewählt werden. Dadurch wird verhindert, dass Kinder ein problematisches Spiel- und Suchtverhalten entwickeln. Eine pädagogische Beurteilung, ob ein Spiel für dein Kind geeignet ist, findest du beim Spieleratgeber NRW.

Gemeinsam Regeln festlegen: Wenn dein Kind schon etwas älter ist, könnt ihr euch gemeinsam auf Regeln beim Gaming einigen. Ihr könnt zum Beispiel für Käufe in Spielen ein begrenztes monatliches Budget festlegen – etwa durch eine aufladbare Bezahlkarte. Außerdem könnt ihr gemeinsam feste Spielzeiten vereinbaren, an die sich dein Kind halten muss. Dafür eignet sich der Mediennutzungsvertag.

Mehr Informationen gibt es in unserer Themenwelt „Gaming“ oder unter folgenden Links:

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