Cybergrooming ist die gezielte Belästigung von Kindern oder Jugendlichen im Internet. Es kann auch darauf abzielen, ein Treffen im echten Leben vorzubereiten. Cybergrooming-Täter nutzen oft das mangelnde Risikobewusstsein der Kinder aus. Sie verschaffen sich zunächst ihr Vertrauen und drängen sie dann durch Versprechungen oder Drohungen zu sexuellen Handlungen. Laut Cybergrooming-Studie der Landesanstalt für Medien NRW war jedes vierte Kind zwischen 8 und 17 Jahren bereits von einer Art von Cybergrooming betroffen. Cybergrooming ist nach § 176 StGB als besondere Begehungsform des sexuellen Missbrauchs von Kindern strafbar.
Cybergrooming kann auf verschiedene Arten beginnen. Oft nutzen Täter ein unverfängliches Gespräch oder vermeintliche Gemeinsamkeiten als Einstieg. Sie möchten viel über das Kind erfahren, erzählen jedoch selbst nicht viel von sich. Dabei geben sie sich oft als Gleichaltrige aus, was ihnen die Anonymität auf den Internetplattformen ermöglicht. Mit Komplimenten oder Interesse versuchen sie, eine Vertrauensbasis aufzubauen. Wenn diese geschaffen ist, ändert sich der Ton.
Dann beginnen Täter, mehr Forderungen zu stellen, treiben das Gespräch in eine sexuelle Richtung oder verschicken Fotos von sich. Oft wird versucht, den Betroffenen ein schlechtes Gewissen einzureden oder sie mit der Veröffentlichung privater Daten wie Fotos oder Geheimnissen zu erpressen.
Einen vollständigen Schutz vor Cybergrooming gibt es nicht. Jedoch gibt es einige Dinge, die du tun kannst, um dein Kind zu unterstützen:
Kindgerecht aufklären und Regeln vereinbaren: Wenn du dein Kind über die Gefahren von Cybergrooming aufklärst, sollte dies auf Augenhöhe passieren. Legt gemeinsame Regeln für einen sicheren Umgang deines Kindes mit digitalen Medien fest. Ein gutes Hilfsmittel hierfür kann der Mediennutzungsvertrag sein.
Als Ansprechperson zur Verfügung stehen: Es ist wichtig, dass du deinem Kind als Vertrauensperson zu Verfügung stehst und ihm vermittelst, dass es sich jederzeit mit Fragen, Sorgen oder Problemen an dich wenden kann. Außerdem hilft es, wenn dein Kind weiß, dass es keinen Ärger bekommt, wenn im Netz etwas schief geht.
Technische Schutzmaßnahmen: Die Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme durch Fremde können in den Einstellungen der meisten sozialen Plattformen, Messenger-Diensten und auch Spielkonsolen eingeschränkt werden. Wie du verschiedene Anwendungen kind- und jugendgerecht einrichtest, erklärt dir die Website Medien-Kindersicher.
Am 31. März und 09. April kannst du beim digitalen Elternabend „Gemeinsam gegen Cybergrooming“ des Angebots „Eltern und Medien“ erfahren, wie du dein Kind gegen Cybergrooming stärken kannst. Zur kostenlosen Anmeldung geht es hier: Elternabend Cybergrooming – Eltern und Medien.
In unserer Themenwelt Cybergrooming haben wir viele Fragen und Antworten zu dem Thema zusammengefasst: Cybergrooming - ZEBRA
Hilfreiche Infos und Materialien zu Cybergrooming finden sich auch bei der EU-Initiative klicksafe: Cybergrooming – klicksafe