Wem nützt das eigentlich?
Genau das ist die Frage, die man sich bei jeder Nachricht stellen sollte, bevor man sie glaubt oder weiterverbreitet. Wem nützt diese Nachricht? Meist geht es Verbreitern von Desinformation um Propaganda, Profit, Einflussnahme oder das Stärken einer bestimmten Meinung in der Bevölkerung.
Wie werden wir manipuliert?
Dafür nutzen die Akteure hinter Desinformation verschiedene Strategien, um ihre Inhalte in die breite Öffentlichkeit zu tragen, z. B.
- Panikmache: Starke Reaktionen wie Angst, Wut oder Verunsicherung sorgen dafür, dass wir Inhalte schneller glauben und teilen. Und das, ohne sie zu hinterfragen.
- Halbwahrheiten: Ein Teil der Infos stimmt, der Rest ist verdreht oder fehlt. Dabei werden echte Infos, Bilder oder Videos aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang gerissen, um Menschen zu verwirren.
- Falsche Quellen: Glaubwürdigkeit wird vorgetäuscht
- Ablenkung:
Debatten werden durch einen Themenwechsel ausgebremst
- Technische Manipulation: Dazu gehören bspw. gefälschte Profile, die nach einem seriösen Medienunternehmen aussehen sollen, aber auch Deepfakes und unauthentische Accounts.
Was ist die KI-Suche?
Die KI-Suche kombiniert die klassische Suchmaschinensuche im Internet mit den Trainingsdaten aus ihrem jeweiligen Sprachmodell. Als Ergebnis bekommen Nutzende dann nicht wie bei einer herkömmlichen Suche mit einer Suchmaschine eine Linkliste, sondern eine vollständig wirkende Antwort aus den gefundenen Informationen.
Dabei kann es wie bei KI-Chatbots jedoch dazu kommen, dass das Modell halluziniert, also falsche Informationen erzeugt. Auch könnten Quellen veraltet sein oder fehlinterpretiert werden. Es ist außerdem nicht immer klar, woher genau eine Information in der Antwort der KI-Suche stammt – selbst dann, wenn diese die Links ihrer Quellen angibt. Durch fehlerhafte oder irreführende Inhalte ist es zudem möglich, die Ergebnisse der KI-Suchmaschine zu manipulieren.
Wie kann ich mein Kind vor Desinformation schützen?
Der beste Schutz ist Aufklärung. Und die gelingt am besten, wenn ihr miteinander im Gespräch bleibt und Vertrauen aufbaut:
- Ein gesundes Misstrauen im Umgang mit Informationen ist wichtig. Kläre dein Kind darüber auf, dass es im Internet auch falsche Informationen sehen, lesen und hören kann. Nicht alles ist so, wie es auf den ersten Blick scheint. Bringe ihm bei, sich die Frage zu stellen, wer hinter einer Nachricht stecken und wem diese nützen könnte.
- Sei dabei, wenn sich dein Kind im Internet informiert. Das soll keine Kontrolle sein aber kann ehrliches Interesse zeigen.
- Tauscht euch in der Familie darüber aus, welche Botschaften euch im Internet begegnen.
- Übt zusammen, Desinformation zu erkennen und zu verstehen, wer hinter ihrer Verbreitung stecken könnte. So lernt dein Kind, Meinungen und Nachrichten einzuordnen und zu hinterfragen. Konkrete Beispiele und Ideen, wie ihr das Thema angehen könnt, findet ihr hier.
Was kann ich tun, wenn ich Desinformation begegne?
- Nicht ignorieren: Schau nicht weg, sondern weise die Personen, die die Information verbreitet hat, darauf hin, dass es sich um Desinformation handelt.
- Nicht weiterverbreiten: Leite die falschen Informationen nicht leichtfertig und ohne Prüfung weiter.
- Melden: Bei den meisten Online-Plattformen gibt es die Möglichkeit, Inhalte zu melden, wenn sie Desinformation verbreiten.
- Gegenrede: Unterstütze die Seite, die sich gegen Desinformation einsetzt oder betreibe selbst aktiv Gegenrede.