Social-Media-Verbot bis 16 – sinnvoll oder nicht?

Derzeit kommen immer häufiger Forderungen auf, ein höheres Mindestalter für soziale Medien einzuführen. Das würde viele Kinder und Jugendliche von diesen Plattformen ausschließen. Aber was ist dran an diesen Forderungen? Und bringt das überhaupt etwas? ZEBRA erklärt, was es mit der aktuellen Debatte auf sich hat.
Lesedauer: 2 Minuten
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3. April 2025

Was wird derzeit gefordert?

Die Stimmen, die ein Social Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren fordern, sind derzeit lauter denn je. Es gibt auch eine Petition, die sich für die Durchsetzung einer entsprechenden Altersgrenze stark macht. In Australien gibt es beispielsweise seit 2024 bereits ein solches Gesetz. Bei Nicht-Einhaltung droht Plattformen dort eine hohe Geldstrafe. Aber ist das Ganze auch in Deutschland denkbar?

Was spricht für ein Verbot?

Bei Argumenten für ein Verbot steht häufig der Gedanke im Vordergrund, Kinder und Jugendliche zu schützen. Benannt werden dann Risiken, wie zum Beispiel:

  • Datensicherheit und die Verbreitung privater Informationen
  • Cybergrooming, Cybermobbing, Sextortion und andere Formen der digitalen Gewalt
  • Die Entwicklung von suchtähnlichen Nutzungsweisen
  • Der negative Einfluss von sozialen Medien auf die psychische Gesundheit durch die große (negative) Informationsflut, aber auch durch unrealistische Schönheits- und Lebensstandards.

Ein Gesetz könnte auch dabei helfen, die bestehenden Altersfreigaben von sozialen Medien verlässlicher durchzusetzen. Viele Plattformen haben nämlich jetzt schon ein Mindestalter von 16, oder mit Einverständnis der Eltern 13 Jahren. Die Altersangabe wird aber meistens nicht verifiziert.

Was spricht gegen ein Verbot?

Menschen haben grundsätzlich ein Recht auf digitale Teilhabe – auch Kinder und Jugendliche. Die UN-Kinderrechtskonvention stellt klar, dass auch Kinder Zugang zu digitalen Medien haben müssen. Und auch andere Punkte machen manche Personen skeptisch:

  • Ein frühzeitiger, kritischer Umgang mit digitalen Medien kann die Medienkompetenz schulen und sich langfristig positiver auswirken als ein Verbot.
  • Es besteht die Möglichkeit, dass Kinder und Jugendliche sich andere Plattformen suchen, die deutlich unregulierter sind als gängige Social Media Plattformen.
  • Soziale Netzwerke können soziale Teilhabe ermöglichen. Kinder können beispielsweise Freundschaften schließen und aufrechterhalten. Ein Verbot könnte daher die Einsamkeit von jungen Menschen steigern.
  • Kein Zugang zu altersgerechten Bildungsressourcen, die es auf Social Media gibt.
  • Ein einheitliches Mindestalter für Social Media ist schwierig zu definieren, da die Entwicklung von Jugendlichen stark variiert. Auch die Durchsetzung und Kontrolle eines solchen Gesetzes könnte schwierig sein.

Und was heißt das jetzt?

Vorerst: nichts. Es kommen zwar immer wieder derartige Forderungen auf, aber eine tatsächliche Umsetzung ist derzeit nicht in Sicht. Auch die Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz äußert sich eher kritisch zu einem solchen Verbot. Ob es jemals zu der Einführung eines Verbotes kommt, lässt sich aktuell also nicht sagen. Bis dahin gilt es aber weiterhin, Kinder und Jugendliche in ihrem Nutzungsverhalten bestmöglich zu unterstützen und für Risiken zu sensibilisieren. Worauf man dabei achten kann und welche Themen besonders wichtig und aktuell sein können, erklärt ZEBRA in verschiedenen Themenwelten: Unsere Themenwelten | Frag-ZEBRA

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