Aufmachen, Polizei! Was hat es eigentlich mit "Swatting" auf sich?

Immer häufiger hört man von „Swatting“, also gefälschten Notrufen, die zu großen Polizeieinsätzen führen. ZEBRA erklärt, was es damit auf sich hat, und wie Eltern sich und ihre Kinder davor schützen können, Betroffene oder sogar Täter zu werden.
Lesedauer: 2 Minuten
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27. März 2025

Was ist „Swatting“?

Swatting setzt sich aus "SWAT" (Special Weapons and Tactics), also einer schwer bewaffneten Spezialeinheit der Polizei, und der Endung "-ing" zusammen. Swatting ist eine Straftat, bei der anonyme Täter absichtlich einen falschen Notruf tätigen, um Spezialeinsatzkräfte zu einem bestimmten Ort zu lenken. Dabei werden oft Notfälle wie eine Geiselnahme oder ein Amoklauf vorgetäuscht.

Besonders verbreitet ist Swatting in der Gamer-Szene, in der es viele Livestreamer gibt. Dort hoffen die Täter, den bei anderen ausgelösten Einsatz in Echtzeit im Stream mitverfolgen zu können. Es handelt sich bei Swatting also um eine Form von Cybermobbing. Die Zahl der Swatting-Vorfälle ist in letzter Zeit gestiegen. Das hat auch damit zu tun, dass es immer mehr Influencer und prominente Personen gibt, die ihre Aktivitäten online teilen. (Quelle: Deutschlandfunk, 13.09.24, rbb, 11.04.24)

Was ist an Swatting so gefährlich?

Swatting ist strafbar und das aus gutem Grund. Zu den möglichen Folgen gehören:

  • Lebensgefahr: Swatting kann zu ernsthaften Verletzungen oder sogar Todesfällen führen. Ein tragisches Beispiel ist ein Vorfall in den USA im Jahr 2017, bei dem ein unschuldiger Mann erschossen wurde, weil die Polizei unter der Annahme handelte, es gehe um eine Geiselnahme.
  • Körperliche Schäden: Auch wenn niemand stirbt, kann es zu Verletzungen durch gewaltsame Festnahmen oder Eskalationen kommen.
  • Psychische Schäden: Betroffene können nach der Konfrontation mit bewaffneten Einsatzkräften unter Angstzuständen, Traumata und langfristigen psychischen Belastungen leiden.
  • Materieller Schaden: Zerstörung von Eigentum der Betroffenen beim Einsatz.
  • Finanzieller und personeller Aufwand: Swatting nimmt Einsatzkräfte in Anspruch, die zeitgleich nicht woanders zur Stelle sein können, sollten sie gebraucht werden. Auch finanzielle Schäden entstehen durch die vorgetäuschten Notfälle.

Swatting stellt keinen eigenen Straftatbestand dar und wird unter „Missbrauch von Notrufen“ behandelt.

Wie kann ich mich und meine Kinder davor schützen?

Grundsätzlich hilft es, keine oder möglichst wenig persönliche Daten im Internet oder beim Online-Gaming zu veröffentlichen. Allerdings arbeiten Täter in manchen Fällen auch mit illegalen Abfragen bei Polizei und Einwohnermeldeämtern.

Einen vollkommenen Schutz gibt es daher nicht, aber es gibt es verschiedene Maßnahmen, um die Verbreitung der eigenen Anschrift zu verringern. Das gilt insbesondere, wenn man in der Öffentlichkeit steht. Beispielsweise kann man eine begründete Sperre im Einwohnermelderegister einrichten, persönliche Daten aus Telefonbuch-Websites oder der Google-Suche löschen lassen, oder als öffentliche Postadresse eine externe Anschrift oder einen Dienstleister verwenden.

Außerdem sollte Kindern beigebracht werden, dass sie selbst keine falschen Notrufe absetzen dürfen. Am besten werden hierfür in einem Gespräch die Notrufnummern und ihre jeweiligen Funktionen altersgerecht erklärt. Hierzu gehört auch die Einordnung, für welche Fälle der Notruf angemessen ist, und für welche eben nicht.

Weitere Quellen:

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