Laut einer Befragung der Robert-Bosch-Stiftung mit 1530 Kindern und Jugendlichen im Alter von 8-17 Jahren, bewertet jede vierte befragte Person ihre Lebenszufriedenheit mit niedrig. Die am häufigsten genannte Gründe, die den Kindern und Jugendlichen Sorgen bereiten, sind die derzeitigen Krisen und Kriege. Dementsprechend ist eine kindgerechte Aufarbeitung solcher Themen wichtig, um Kinder mit den Problemen dieser Welt nicht alleine zu lassen und ihnen bei Fragen als Gesprächspartner zur Verfügung zu stehen.
ZEBRA hat hier für dich einige Informationen bereitgestellt, wie du deine Kinder vor dem Einfluss negativer Ereignisse schützen kannst:
- Ruhe bewahren: Bei der Besprechung von Katastrophen und Krisen sollte Kindern ein Raum zur Verarbeitung geöffnet werden, in dem diese offen und geschützt über ihre Ängste und Sorgen sprechen können. Dabei ist es ratsam, dass du als Elternteil deinem Kind Zuversicht, Hoffnung und Sicherheit vermittelst. Denn Kinder sind sehr empfänglich für die Stimmungen ihrer Eltern und adaptieren diese in der Regel schnell. Sollten dich diese Themen verständlicherweise belasten, empfehlen wir dir, mit einer vertrauten erwachsenen Person aus deinem Umfeld über diese Geschehnisse zu sprechen. Ansonsten kannst du dich auch kostenlos an die Telefonseelsorge wenden.
- Sorgen ernst nehmen: Es ist wichtig, sensibel für das zu sein, was Kinder zu bestimmten Ereignissen fragen. Viele Fragen, die aus einem kindlich-naiven Verständnis heraus gestellt werden, können aus der Elternperspektive möglicherweise abstrus und willkürlich klingen. Dennoch ist es wichtig, in einer derartigen Situation auf die Sorgen der Kinder einzugehen und ihnen Verständnis entgegenzubringen. Dabei sollte ehrlich, aber trotzdem kindgerecht kommuniziert werden.
- Verhaltensveränderungen beobachten: Verstörende und gewalthaltige Bilder oder Videos können durchaus eine nachhaltig traumatisierende Wirkung auf Kinder haben. Vor allem körperliche Angstreaktionen und Symptome wie Schlafstörungen, Albträume oder depressive Verstimmungen können die Folge sein. Deshalb empfehlen wir neben der aktiven gemeinsamen Aufarbeitung beunruhigender Ereignisse, auch passiv zu beobachten, ob sich das Verhalten der Kinder im Laufe der Zeit verändert hat.
- Technische Schutzmaßnahmen einrichten: Insbesondere bei jüngeren Jugendlichen, die vielleicht ihr erstes Smartphone besitzen, bietet es sich an, verschiedene Sicherheitseinstellungen auf sozialen Plattformen einzurichten. Die Aktivierung des eingeschränkten Modus auf TikTok sorgt zum Beispiel dafür, dass unangemessene Inhalte herausgefiltert und nicht auf der Für-Dich-Seite angezeigt werden. Auch auf Instagram können unangemessene Inhalte eingeschränkt werden. Wie du diese Filter auf den jeweiligen Plattformen konkret aktivieren kannst, erfährst du in diesem ZEBRA-Artikel: Wie schütze ich mein Kind vor Kriegsbildern im Internet? - ZEBRA
- Nachrichten kritisch überprüfen: Insbesondere in Chatgruppen auf Messenger-Diensten kann es schnell passieren, dass unangemessene Inhalte bzw. Desinformation verbreitet werden. Sensibilisiere dein Kind dafür, dass es Nachrichten nicht unreflektiert glauben sollte. Wichtig dabei ist, dass diese im Zweifel gegengecheckt werden und nicht unbedacht geteilt und weitergeleitet werden sollten. In den folgenden ZEBRA-Artikel haben wir für dich zusammengefasst, wie man mit der Verbreitung von Verschwörungstheorien und Desinformation umgeht:
Außerdem haben wir als Landesanstalt für Medien NRW im Rahmen unserer Botschaft der Aktion gegen Desinformation auf folgender Seite weitere Informationen zu dem Thema bereitgestellt:
Für Heranwachsende gibt es verschiedene Informationsangebote, die komplexe Zusammenhänge – z.B. über den Ukraine-Krieg – altersgemäß erklären:
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